Donnerstag, 29. November 2012

Rezension: "Plötzlich Shakespeare" - David Safier





Hochgenuss und Komik vom Feinsten!



Titel: Plötzlich Shakespeare
Autor: David Safier
Genre: Humor
Seiten: 315
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag






Der Klappentext:
ZWEI SIND EINER ZU VIEL!
Wenn Mann und Frau sich das Leben teilen, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, dann ist das Chaos perfekt!
Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt. In den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert: William Shakespeare. Wir schreiben das Jahr 1594, und Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist. Keine einfache Aufgabe: Sie muss sich als Mann im London des 16. Jahrhunderts nicht nur mit liebestollen Verehrerinnen rumschlagen, sondern auch mit Shakespeare selber, der nicht begeistert ist, dass eine Frau seinen Körper kontrolliert. Und während sich die beiden in ihrem gemeinsamen Körper kabbeln, entwickelt sich zwischen ihnen die merkwürdigste Lovestory der Weltgeschichte.

Die Rezension:
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Aus der von Rosa und der von William Shakespeare. Beides als Ich-Perspektive, doch zum Glück sind Williams Passagen kursiv geschrieben, so ist es ein leichtes, den Überblick zu behalten.

Eingeleitet wird die Handlung durch Rosa. Sie selbst sieht sich als das Klischee schlechthin. Eine Frau in den Dreißigern, Lehrerin, normal gebaut, verliebt, doch der Geliebte ist unerreichbar. Ihr Wunsch ist es, endlich aus dem Klischee auszubrechen und nicht mehr gewöhnlich zu sein. Ihre geheime Leidenschaft galt früher dem Schreiben, doch hat sie es aufgegeben, nachdem sie vor allem negatives Feedback bekommen hatte. Sie ist unzufrieden mit ihrem Lehrerjob und hätte sich wohl ganz aufgegeben, wenn sie nicht ihren besten Freund Holgi hätte. Sie ist, wie ich fand, alles andere als gewöhnlich, sondern sehr sympathisch, witzig und wortgewandt.

Shakespeare als Frauenheld der von einem Problem ins nächste stolpert. Gleich zu Beginn des Buches fliegt er aus dem Bett einer Frau, wird bedroht und muss sich mit einem Hechtsprung durchs Fenster in einen Fluss retten. Das sagt doch eigentlich schon alles über ihn aus. Auch machen es seine Freunde nicht besser, die den Eindruck vermitteln, als würden sie von einem Hurenhaus und einer Schenke in das/ die nächste ziehen. Doch belastet ihn seine Vergangenheit, von der er sich nicht lösen kann und dadurch unter die Röcke vieler Frauen flieht. Doch auch er hat einen weichen Kern und Sinn für Humor.

Alle beide sind sehr liebenswerte Charaktere und waren gut dargestellt, vor allem bei William wurde darauf geachtet, dass er angemessen redet, ohne dass es den Leser zu sehr im Redefluss behindert hätte, er (der Leser) aber noch wusste, dass es sich um William Shakespeare handelte.

Ich liebte die Szenen mit ihr und William. Sie waren urkomisch, aber auch tiefgründig. Alles in allem sehr gut geschrieben. Die Gespräche der beiden zeigten, wie erwähnt, auch tiefe. Was ich ziemlich gut fand, da es so nicht nur pure Unterhaltung war, sondern auch unterschwellig gute Aussagen zu sehen waren. Allein schon der Grund, weswegen Rosa in Williams Körper landet, zeigt, dass der Autor nicht nur simpel unterhalten wollte. Die beiden halfen sich dabei ihre Stärken zu erkennen und ihre Probleme zu überwinden.

Die Schauplätze sind gut beschrieben, das London zu Zeiten Elizabeth der 1., als auch die Neuzeit gefielen mir gut. Auch wie London und die Personen aus Rosas Sicht beschrieben wurden. Ebenso wurden die beiden Zeiten miteinander verglichen, was ich auch einen netten Zusatz fand.

Da steckt soviel »Unsinn« drin, dass ich nur noch laut lachen konnte. Von Mutter-Sprüchen, über Defloration, zu Homoerotik, Donnerbalken und Hamlet als Komödie. Viele lustige Elemente wurden gekonnt eingebaut, sodass es selbstverständlich und nicht aufgesetzt wirkte. Sehr gute Verknüpfung der Moderneren Komik mit der alten Zeit.
Das Ende fand ich auch sehr gut gestaltet. Es war ganz anders als erwartet, sehr schön aber auch ein bisschen traurig.

Ein Buch, dass auch den eingefleischten Shakespeare-Fans zusagen würde. Ich hatte auch erst meine Bedenken, weil ich nicht wusste, wie Shakespeare dargestellt werden würde. Doch der Autor hat mich positiv überrascht und mir gefiel das Bild von Shakespeare, dass er hatte.

Wie der Klappentext schon sagt, ist es die wohl merkwürdigste Liebesgeschichte der Welt. Und sie gefällt!
5 von 5 Sternen, weil es mich bestens unterhalten und mich auch zum Nachdenken angeregt hat.

eure Maria

Sonntag, 25. November 2012

Rezension: "Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam" - Romana Grimm



Danke, dass ich bei der Wanderbuch-Aktion mitmachen durfte!


Titel: Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam
Autor: Romana Grimm
Genre: Action
Seiten: 182
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform


Der Klappentext:
So hat sich der Krimiautor Thomas Pohl den „Morgen danach“ ganz bestimmt nicht vorgestellt. Auf der Flucht vor seiner Eroberung und auf der Suche nach dem Nikotinkick gerät er wegen einer Schachtel Zigaretten unversehens in ein halsbrecherisches Abenteuer. Weil er statt Tabak beinahe die hochbrisanten - und vor allem kriminellen - Informationen einer Liechtensteiner Bankerfamilie raucht, hat er prompt einen Auftragskiller am Hals, der das brisante Material unbedingt wiederhaben will und dabei weder vor Gewalt noch Entführung zurückschreckt. Thomas erlebt den miesesten Tag seines Lebens und der eklatante Mangel an Gelegenheiten für eine Zigarettenpause ist dabei noch sein geringstes Problem ...

Die Rezension:

Mit einer scheinbar normalen Szene aus dem Männerleben beginnt es. Thomas will einfach nur weg und eine Zigarette rauchen. Die Schachtel ist zum Greifen nahe, wenn dieser komische Typ nicht wäre, der den halben Automaten ausräumt. Thomas schafft es, an eine der Schachteln zu kommen und vergiftet sich fast, als er die erste Zigarette anzündet und einen tiefen Zug nimmt. Damit beginnt das wohl spannendste Buch, dass ich seit längerem gelesen habe. Die weitere Handlung ist sehr schnell, es passiert sehr viel. Von »Unfällen« über Verfolgungsjagden zu Folter und Flugzeugübernahmen. Von allem ist etwas dabei und es wird nie langweilig.

Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, lässt sich in wenigen Stunden durchlesen, büßt dadurch aber nicht an Qualität ein. Die Autorin hat einen sehr schnellen und lockeren Schreibstil, dem ich gut folgen kann. Zudem ist es oft witzig erzählt, dass ich nicht anders konnte, als weiter zu lesen.

Die Charaktere gefielen mir sehr gut. Thomas und Andreas sind zwei Brüder, bei denen ich nie wirklich wusste, ob sie sich lieben oder hassen. Jeder für sich ist sehr gut ausgearbeitet. Thomas ist Autor, in der Blüte seines Lebens, auch wenn es scheint, dass er bald verblüht, ist sehr offen und nimmt vieles recht leicht. Wenn er aber ein Problem hat, wendet er sich an Andreas. Andreas ist Polizist und, laut Thomas, ein echter Spießer. Er wirkt sehr korrekt und diszipliniert, Eigenschaften, die er an Thomas vermisst, und scheint nur genervt von seinem Bruderherz. Wenn sie zusammen kommen, bilden sie den perfekten Gegensatz und machen alles noch komischer. Die Szenen mit den beiden sind einfach die besten. Ich habe sie echt geliebt!
Aber auch die Nebencharaktere dürfen nicht vergessen werden. Da wären Pussy, Snyder, Etienne und die beiden Agenten. Alle haben ihre ganze eigenen Macken, Ängste und Probleme, die sie realer und greifbarer machten.

Sehr gut gefallen hat mir die lustige Art von Thomas. Er war teilweise sehr komisch, hatte immer einen blöden Spruch auf den Lippen und nicht zu selten dachte ich mir: »Der ist doch einfach nur bekloppt!« Das Buch hat mich sehr oft zum Lachen gebracht, sogar laut (!), was beim Zugfahren eher weniger komisch war. Durch die Sprüche und ab und an auch Situationskomik hatte ich fast immer ein Grinsen im Gesicht und nach dem Lesen definitiv gute Laune. Auch waren mir die anderen sehr sympathisch. Sowohl der brüllende Chef, als auch Etienne und Pussy. Sonst hat man ja so ein paar Lieblingsfiguren oder zumindest einen. Bei diesen hier kann ich mich allerdings nicht entscheiden. Da ist sogar die zwinkernde Oma sympathisch!

Was mir nicht so gefallen hat, war … Dass es so kurz war! Kann ja nicht sein, dass so ein tolles Buch auf einmal vorbei ist! Ich war ganz deprimiert, als es dann vorbei war und noch einige Fragen offen waren.
Ein zweites Manko war die Szene mit Pussy. Den Charakter finde ich toll, auch die Interaktion mit Thomas, nur ihre Einführung hat mir nicht so gut gefallen. Sie ist da, alle gehen raus, sie macht ihr Ding und dann kommen doch wieder alle rein. Für mich erschloss sich das nicht so logisch und hat mich grübeln lassen. 

Zum Ende. Tja, was soll ich da sagen? Es war groß, spannend, wie das ganze Buch schon, hat mich mitgerissen und dann ein bisschen bedröppelt dastehen lassen, weil es vorbei war. ;) Alles in allem sehr gut. Den zweiten Band (wenn es ihn irgendwann gibt) würde ich sofort kaufen und wenn mein Bücherkaufverbot aufgehoben ist, werde ich mir auch »Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam« zulegen!

Die Idee ist genial, sowie der Titel und die Umsetzung ist definitiv gelungen!
Urkomisch, actiongeladen, spannend und geniale Charaktere. Eine gute Mischung in einem rasant geschriebenem Buch! Man merkt, wie viel Liebe und Arbeit die Autorin in dieses Werk investiert hat. Absolute Leseempfehlung meinerseits!

Wegen dem kleinen Manko von mir 4,5 von 5 Sternen!

eure Maria

Mittwoch, 21. November 2012

Rezension: "Ocean Rose: Erwartung" - Tricia Rayburn


Getreu dem Motto: »Einfach mal lesen« bin ich zu diesem Buch gekommen. Und ich muss sagen, es ist nicht so schlecht wie ich erwartet hatte. Um genau zu sein, wollte ich mich überraschen und das Buch hat es geschafft.


Titel: Ocean Rose: Erwartung (ehemals: Im Zauber der Sirenen)
Autor: Tricia Rayburn
Genre: Fantasy
Seiten: 368
Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag


Der Klappentext:
Irgendetwas stimmt nicht im verschlafenen Küstenstädtchen Winter Harbor: Mehrere Menschen werden tot an den Strand gespült. Als auch Vanessas Schwester Justine unter den Toten ist, weiß sie, dass sie handeln muss. Niemals hätte die schüchterne Vanessa gedacht, dass ausgerechnet der attraktive Simon ihr hilft, die gefährliche Wahrheit zu finden, die sich in den dunklen Fluten verbirgt. Dieses Buch erschien 2010 unter dem Titel "Im Zauber der Sirenen".

Die Rezension:

Ganz ehrlich? Schlecht fand ich das Buch wirklich nicht. Ich bin ohne Erwartungen ans Lesen gegangen und hab mich einfach darauf eingelassen. Aus Interesse würde ich auch die folgenden Bände lesen.
Es dauerte etwas bis es zu den Sirenen ging. Zu Beginn war es gute Unterhaltung, ohne, dass ich wusste, wo das Buch mit mir hinwollte. Es ist gut geschrieben, lässt sich gut und flüssig lesen und auch gut eintauchen. So dass auch die ersten Seiten nur so dahin flogen, allein schon wegen den sympathischen Charakteren. Der weitere Verlauf war auch gut. Einige Verwicklungen waren offensichtlich, andere schönes Rätselraten und manches auch sehr unerwartet. Eine gute Mischung, die keine Langeweile hat aufkommen lassen.

Angesprochen gefühlt habe ich mich auch durch die Meteorologie (Teil meines ehemaligen Studiums) und die unterschiedlichen Charaktere. Sie sind gut ausgearbeitet und es ist leicht, sich in sie hineinzuversetzen.
Justine ist aufgeschlossen, wild, ein bisschen verrückt und der totale Überflieger, zudem kümmert sie sich um ihre kleine Schwester und steht ihr in ihren Ängsten bei.
Vanessa dagegen ist sehr schüchtern und zurück haltend, hat Angst vor so ziemlich allem, vor allem vor dem Wasser, mit dem sie unangenehme Erinnerungen verbindet. Sie hat ein schlechtes Gewissen, wegen ihrer Schwester, vor allem, als so einige Geheimnisse ans Licht kommen, und versucht alles um deren Freund Caleb zu finden und ihren Tod aufzuklären.
Zusammen mit Simon versucht Vanessa dessen Bruder Caleb zu finden. Simon ist etwas verschlossen, verloren in seinem Studium, sehr ehrlich und bemüht sich um alles und jeden zu kümmern. So versucht er Vanessa und Caleb zu schützen, sowie ihnen zu helfen.
Vanessa und er bilden ein gutes Team und ihre Beziehung entwickelt sich. Ich bin gespannt, was bei den beiden noch passiert.

Was ich sehr gut fand, war, dass es nicht die typischen Meerjungfrauen waren, mit wallendem Haar und Fischflosse, sondern »normale« Frauen. Ebenso der Bezug zum Wetter und die Verbindung mit den Sirenen machten es interessant und spannend zu lesen. Es waren neue Aspekte, die gut vermischt wurden, sodass es nicht klassisch-langweilig war.

Viel mehr lässt sich fast nicht sagen ;)
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch weil es ein wenig anders ist und mehrere Aspekte vereint. Wer also die klassischen Meerjungfrauen erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer aber etwas Neues und auch Unerwartetes lesen will, ist mit diesem Buch auf dem richtigen Weg. ;) Es zeichnet sich nicht durch actiongeladene Szenen und extremer Spannung aus, sondern durch die Figuren, die Sirenen, die Beziehungen und die neuen Aspekte, die mit viel Phantasie umgesetzt wurden.

Von mir doch 4 Sterne, weil es mich überrascht hat =)

Viel Spaß beim Lesen!

Rezi zu Band 2
Rezi zu Band 3
eure Maria