Sonntag, 12. August 2012

Rezension: "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" - Suzanne Collins

dietributevonpanem.de
Zuerst auf englisch, dann der Film, zuletzt auf deutsch und ich bin immer noch und immer wieder begeistert. Der Schmöcker gehört auf die Bücherliste eines jeden Fantasy und/ oder Dystopien Fans. Spannend, schnell zu lesen, aufwühlend und mitreißend.


Titel: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele
Autor: Suzanne Collins
Genre: Fantasy, Dystopie
Seiten: 415
Verlag: Oetinger Verlag


Die Rezension:
Auch nach dem zweiten Mal lesen noch eine Freude, selbst die Spannung konnte gehalten werden.
Katniss, ein Mädchen aus einem sehr armen Distrikt, in einem Land, das einmal Nordamerika war, hat seit vielen Jahren die Verantwortung für ihre Familie übernommen, und vor allem den Schutz ihrer Schwester über ihren eigenen gestellt. Als ihre Schwester ausgewählt wird an den Hungerspielen teilzunehmen, meldet sie sich freiwillig, um sie zu schützen. Die Hungerspiele sind ein grausamer Wettkampf, für den jedes Jahr aus allen zwölf Distrikten je ein Junge und ein Mädchen ausgewählt werden. Sieger ist der, der bis zum Ende überlebt. Katniss' Chancen stehen schlecht, lebend aus der Arena herauszukommen. Der Gedanken an ihre Schwester und das Versprechen, dass sie ihr gab, erhalten sie am Leben.
Mit ihrem Mittributen, Peeta, verbindet sie ein einschneidendes Ereignis aus ihrer Kindheit. Das Gefühl ihm etwas schuldig zu sein, liegt ihr schwer im Magen, zudem weiß sie nicht recht, was sie vom ihm halten soll. Zumindest solange, bis diese Liebesgeschichte aufkommt, die doch nur Show sein sollte.
In der Arena bleibt ihr keine Zeit mehr darüber nachzudenken, doch die Zeichen stehen eindeutig, dass er sie verraten hat, oder nicht? Solange sie am Ende nicht diejenige war, die ihn umbringen musste, um nach Hause zu kommen...

Das Buch ist aus Katniss' Sicht im Präsenz geschrieben, was einige Leser am Anfang vielleicht verwirren könnte. Mir gefiel der Stil, auch wenn man erst nicht recht an Katniss herankommt, da sie ein verschlossener Charakter ist, der gern auch etwas anders meint, als er es sagt oder gar denkt. Es war spannend mitzuerleben, wie sie sich geöffnet und diverse Gedanken und Gefühle zugelassen hat, anstatt zu ihrer ausdruckslosen Fassade zurück zu kehren. Die Darstellung von Katniss ist sehr gut gelungen, vor allem, weil sie so ein schwieriger Charakter ist. Auch die anderen, wie Peeta und Haymitch, ebenso Effie und Cinna, sind gut gezeichnet. Bei Effie hatte man im Buch noch das Gefühl, dass man sie nicht leiden kann, im Film wurde es sogar noch verstärkt. Man muss sie alle mögen (ja, auch Effie, ein bisschen), da sie auch alle sehr unterschiedlich sind. Provozierend, freundlich, verschlossen. Jeder ist auf seine Art besonders und lebendig.

Der Schreibstil an sich ist recht leicht und flüssig zu lesen, im Englischen wie im Deutschen. Kleine Holperer am Anfang trüben das Gesamtbild jedoch nicht.
Die Autorin arbeitet mit schönen, grotesken aber auch düsteren Bildern, was mir sehr gefallen hat. So bunt die Leute im Kapitol auch sind, so herzlos oder oberflächlich sieht sie Katniss. Die Schauplätze sind gut beschrieben, sodass es ein leichtes ist sich einzufühlen und zu Orientieren, vor allem das Kapitol lässt viel Spielraum für eigene Ideen. Mir gefielen, an Details, auch die schönen Kleider ihres Stylisten. Sie waren immer passend gewählt. Aber auch so einfache Dinge, wie das Hineinbeißen in eine Brombeere treten auf und lassen es lebendig und echt wirken.
Stellenweise vermittelt das Buch eine sehr triste, leblose Grundstimmung, vor allem um auf das Thema aufmerksam zu machen und die Ungerechtigkeit zu untermauern. Es ist kein rosaroter Liebesschmöcker, denn die Spiele stehen im Mittelgrund. Der Schwerpunkt ist klar gesetzt und verlagert sich erst später.

Stellenweise fand ich es auch sehr lustig. In teils sehr ernsten Situationen schlägt staubtrockener Humor durch, bei dem ich einfach nur lachen konnte, selbst wenn es unpassend schien. Suzanne Collins hat es geschafft ein ernstes Thema zu behandeln, sich selbst dennoch nicht zu ernst zu nehmen. Das ist ihr definitiv gelungen. Neben den Lachern gab es auch Tränen und große Augen. Ein sehr emotionales Buch, ebenso seine Folgebände, die einen durch die verschiedensten Emotionen ziehen. Oft kommt es unerwartet, manchmal schleichend.

Für mich ist die ganze Reihe ein Hit und »Tödliche Spiele« ein wunderbarer Auftakt, der Lust auf mehr macht. Ich kann sie jedem empfehlen. Ich habe sie gern gelesen, werde sie auch wieder lesen und freue mich, auch den Film bald mein Eigen nennen zu können.

Volle fünf Sterne!

eure Maria


1 Kommentar:

  1. Zum Schreiben einer Rezi konnte ich mich jetzt nicht durchringen (noch nicht?), aber ich teile diese Einschätzung weitestgehend - schönes Buch, das ich irgendwann bestimmt wieder lesen werde ;)

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