Montag, 25. Juni 2012

Rezension: "Die Phoenix-Chroniken - Asche" - Lori Handeland

Der erste Band »Asche« aus der Reihe »Die Phoenix – Chroniken«, erschienen bei LYX, überzeugt mit seiner leichten Leseart und dem flotten Schreibstil der Autorin. Mit seinen 323 Seiten ist der Roman schnell zwischendurch gelesen und eine willkommene Abwechslung.

entnommen von libri.de
Zur Rezension:
Mit »Asche« bekommt der Leser ein gutes Bild von den handelnden Personen. Der Einstieg ist gut gelungen und der Leser kriegt eine leichte Ahnung, wo das Buch hinführen will. Es wird viel angedeutet, doch nichts konkret dargelegt. Im Verlauf des Buches ist das ein Punkt, der etwas nervig ist, da die Autorin oft nur Andeutungen macht und den Leser ziemlich warten lässt. Das treibt andererseits auch das Lesetempo voran. Später fügt sich alles in ein stimmiges Bild.

Die Handlung ist schnell und spannend. Lori Handeland zieht den Leser förmlich mit sich und die Seiten fliegen nur so dahin.

Elizabeth Phoenix, die Hauptperson, wusste schon immer, dass sie anders ist. Durch Berührung konnte sie Menschen finden oder Bilder sehen. Diese Fähigkeiten wollte sie aber verdrängen, sie fühlte sich nicht wohl damit und es dauerte, bis sie sich selbst, so wie sie ist, akzeptieren konnte. Im Verlauf des Buches lernt sie damit umzugehen und auch die neu gewonnenen Fähigkeiten zu nutzen. Es ist spannend zu lesen, wie sie sich entwickelt und nach und nach damit zurecht kommt. Sie lernt zu verstehen, dass es ein Teil von ihr ist. Mit der paranormalen Welt hat sie anfangs ebenfalls ihre Schwierigkeiten, fügt sich allerdings schnell ein, auch wenn sie ihre Rolle erst nicht wahrhaben will. Es geht um Macht, Liebe, Selbstvertrauen und einen Krieg, der bereits begonnen hat.

Die Personen sind gut dargestellt. Elizabeth gefiel mir von allen am besten, auch wenn mir erst nicht gefallen hat, dass sie mit sich so unzufrieden ist. Allerdings macht das ihren Charakter aus. Ihre teils ironische Art, aber auch ihre Zweifel kommen sehr gut rüber.
Jimmy, Elizabeths Exfreund, ist unnahbar. Mal lässt er sie an sich heran, im nächsten Moment stößt er sie von sich. Der Leser erfährt aber nie, wieso er so ist. Es lässt sich vermuten, dass es an seiner Kindheit und seinen Eltern liegt. Auf die Kindheit der beiden wird auch nur sehr wenig eingegangen. Für das Buch nicht weiter wichtig, aber vielleicht wären genau diese genaueren Einblicke gut gewesen.
Sawyer ist ein sehr interessanter Charakter, der erst als großes Geheimnis dargestellt wird. Über ihn erfährt der Leser erst später einige Details. Größtenteils wird Sawyer nur grob umrissen, dass man zwar mit ihm umgehen kann, aber eigentlich kaum etwas weiß.
So richtig zufrieden bin ich mit ihnen nicht, da die Tiefe fehlt, aber sie sind alle greifbar und gut beschrieben. Bei den Personen könnte ich mir vorstellen, dass sie vor allem in den folgenden Büchern ausgebaut werden und lasse mich daher überraschen.

Es sind schöne Beschreibungen enthalten, dass sich der Leser gut in die Stimmung und die Umgebung einfühlen kann. Hier und da ein bisschen mehr, aber ansonsten gut geschrieben. Die Autorin hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf oder verstrickt sich in unnötige Details. Der Schreibstil lädt auch zum Lesen ein und binnen weniger Stunden hatte ich das Buch durch. Lori Handeland schreibt umgangssprachlich und mit vielen Dialogen. Manche werden das vielleicht nicht mögen, ich fand es sehr gut und auch passend zur Art des Buches.

Was mich aber gestört hat, war, dass Liz keine wirkliche Lehrstunde bekommen hat. Die Geschichte, wie alles begann, wurde ihr zwar erzählt, aber die einzelnen Wesen und deren Tötungsarten, die für sie schließlich von Bedeutung sind, wurden ihr nicht vorgestellt. Eine Kurzzusammenfassung, dass sie es gelernt hat, hätte mir da schon gereicht, aber sie unvorbereitet auf einen Krieg loszulassen, in dem sie eine sehr wichtige Rolle spielt, fand ich sehr seltsam. In dem Punkt hat die Autorin Nachholbedarf.
Zum anderen war da noch das Ende. Bei vielen Büchern hört es auf einmal abrupt auf, so auch bei diesem. Erst das große Drama und dann ist es plötzlich vorbei. Jetzt warte ich, wie es weiter gehen wird und was mit Liz, Jimmy und Co noch alles passiert.

Ein gutes Buch für jeden Fan von Fantasy und leichter Kost, ein super Pageturner. Alles in allem sehr spannend, mit einigen Kampfszenen und prickelnder Erotik. Wenn auch nicht höchste Schreibkunst, so doch angenehm und ein schöner Zeitvertreib. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und habe mir schon den nächsten Band bestellt.

Für die Idee und die Fähigkeiten gibt es ein dickes Plus, für die teils fehlende Tiefe ein Minus. Insgesamt für das gute Lesevergnügen 3 Sterne, mit Tendenz nach oben! ;)

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