Samstag, 19. Mai 2012

Flaute?

Diesen Monat ist nichts passiert. Es gab keine neuen Werke, nur eine Rezi und eine recht stumme Maria. Das stimmt sogar ein bisschen. 

Das Buch "Die Glasbücher der Traumfresser" von Gordon Dahlquist wird einfach nicht schlanker. Ich lese schon ewig daran und bin trotzdem erst bei der Hälfte, über 400 Seiten liegen noch vor mir und ich habe keine Ahnung, wann ich endlich damit fertig werde. Aufhören kann ich aber auch nicht, weil das Thema und die Idee genial ist. Außerdem lasse ich Bücher ungern unausgelesen. Es wird sicher noch etwas dauern, bis ich den Wälzer durch habe... 

Keine Werke?  Das stimmt leider. Zumindest gibt es keine auf dem Papier, sondern nur im Kopf. Bei den Himmelstränen weiß ich inzwischen endlich wie es weiter gehen soll. Viel wichtiger war mir dort aber die Arbeit an den Personen. Bei Charakteren habe ich immer meine Probleme, sie wirken entweder ähnlich, durchschnittlich oder blass. Ein Problem, welches ich seit Wochen versuche zu beheben. Dank einer geschätzten Kollegin E. M. Jungmann geht das voran. Ich habe die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen und Däumchen gedreht, sondern die Personen, vor allem die Féliacàn ausgearbeitet und mit ein paar Ecken und Kanten versehen. Dabei sind mir noch weitere Themen eingefallen, die ich demnächst mit einbauen kann. Es gibt noch mehr Verstrickungen, Geheimnisse und eine weitere erzählende Person. Aber dazu mehr, wenn ich weiterschreibe.

Nebenbei entstanden auch noch weitere Charaktere. Das Projekt "Leer-Leer" hat endlich zwei lebende Figuren mit denen ich schreiben kann. Dort fehlt mir nur noch der passende Start. Bald gibt es mehr dazu, versprochen ;) 

Durch Zufall und einen blöden Kommentar ist das nächste Schriftstück entstanden. Danke, David! Die Idee gefällt mir richtig gut, ist allerdings umfangreicher, als anfangs angenommen. Das bedeutet, dass ich es vorerst eine Weile ruhen lassen werde. Das wichtigste ist notiert und die Idee entwickelt sich. Es wird definitiv eine längere Geschichte, entweder eine Novelle, oder, wenn es spannend genug ist, ein Roman. Eine Titelidee habe ich auch schon.

Zuletzt noch zwei weitere Sachen. Ich möchte gern ein Märchen schreiben. Wenn ich immer "Märchen" erzähle, kann ich sowas auch mal in Angriff nehmen. Handlung ist noch nicht weiter geklärt, aber es soll eigentlich alle möglichen Figuren umfassen. Ich bin gespannt, was dabei heraus kommt. Vielleicht hat ja jemand noch eine kleine Idee? Das Andere ist eine Wettbewerbsgeschichte, Ort und Personen stehen fest, aber auch noch keine Handlung. Zum Glück ist noch einen Monat Zeit ^^ 

Also keine Flaute, nur nicht so viel Schreibarbeit, stattdessen Kopfarbeit!
Wie sagt man so schön: Stay tuned! ;) 

Dienstag, 8. Mai 2012

Rezension: "Strange Days - Band 2" - Fred Ink

Heute habe ich ein besonderes Buch für euch!
"Strange Days" ist der zweite Band seiner Fantasy Trilogie, erschienen bei BoD. Mit seinen  232 Seiten ist es das passende Buch für Fantasy-Fans und den "kleinen Hunger für Zwischendurch". Und der Klappentext verspricht schon Einiges! 

Alex ist nicht zu beneiden: Er wird wegen Mordes gesucht, sitzt in einer obskuren Parallelwelt fest, die Exfreundin geht ihm nicht aus dem Kopf und weit und breit ist kein kühles Bier in Sicht.

Während er auf ein verborgen lebendes Volk trifft und Zeuge einer schrecklichen Offenbarung wird, bricht sein Kumpel David in den Firmensitz des zwielichtigen Unternehmers Leuen ein. Er macht einige Entdeckungen, die ihm ganz und gar nicht behagen und muss sich zu allem Überfluss mit der chronisch schlecht gelaunten Jess und ihrem Frettchen herumschlagen.

Ein Projekt wird enthüllt, dessen Folgen so fürchterlich wären, dass es unter keinen Umständen zu Ende gebracht werden darf. Obwohl Alex keine große Lust dazu verspürt, muss er die Sache in die Hand nehmen …

Eine sonnenlose Stadt voll blinder Bewohner, ein riesiges Marihuana-Feld, Monster, Agenten, Zombie-Polizisten und nicht zuletzt H. P. Lovecraft - das sind die Zutaten für einen zweiten Band, der sich gewaschen hat!

entnommen von: fred-ink.jimbo.com
Die Rezension:
Auch der zweite Band begeistert von der ersten bis zur letzten Seite und stellt zudem noch eine Steigerung zum Ersten dar. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und es war ein Genuss zu lesen.

Zum Inhalt nicht allzu viel, da der Klappentext ja oben steht. 

Turbulent geht es weiter. Alex, David und Mojo haben einige, scheinbar unüberwindbare, Hindernisse vor sich. Sie werden von einem übermächtigen Gegner verfolgt, geraten von einer Katastrophe in die Nächste und kein Ende, sondern nur noch mehr Probleme, in Sicht. Dennoch schafft es der Autor mit seinen Figuren, alles nicht so ausweglos darzustellen, wie es zu sein scheint. 

Das Buch beginnt mit Davids Ankunft in der "richtigen" Welt. Dieser muss sich zuerst zu Leuen durchschlagen um einen Hinweis auf dessen Pläne zu finden. Zu ihm gesellt sich noch die übellaunige, aber auf ihre Art sympathische, Jess, die vor allem mit David und Kerlen im Allgemeinen ein Problem zu haben scheint. Durch, aus ihrer Sicht vermutlich unglücklichen, Zufall begegnen sich die Beiden bei dem Einbruch in Leuens Büro. Wer am Ende wen rettet, ist schwer zu sagen und die Flucht das reinste Wunder. Doch wie lange halten sie durch? Der Leser steht dauernd unter Spannung und fiebert mit den Beiden mit.
Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es kein Spannungsauf und -ab, sondern aufbauende Dramatik, die sich durch das ganze Buch zieht und in der Erwartung auf den nächsten Teil endet. 

Mit viel Liebe zum Detail beschreibt der Autor die Parallelwelt. Wunderschöne Beschreibungen reihen sich aneinander und es fällt leicht in die neue Welt einzutauchen. Es ist alles sehr echt und der Leser bekommt das Gefühl an dem Flug und den Abenteuern teilzuhaben. Der Spaß, den der Autor beim Erschaffen der Welt hatte, ist leicht herauszulesen. Wie im ersten Band ist alles sehr greifbar.

Was an der Reihe fasziniert, sind die Personen. Auch in Band 2 hat David eindeutig die Nase vorn. Er hat von nichts eine Ahnung, versucht nur irgendwie seinem Freund zu helfen und schlägt sich, manchmal mehr schlecht als recht, durch das Buch. Ohne Jess wäre er, vor allem am Anfang, aufgeschmissen. Aber man muss ihn einfach mögen. Er strahlt mit seiner, teils zugedröhnten, Art eine gewisse Ruhe aus, die den Leser auch mal Aufatmen lässt. 


Jess hingegen ist wild, ruppig und zeichnet sich größtenteils durch ihre Beschimpfungen aus. Sie ist intelligent, eine Umweltaktivistin und hat es im Computerbereich voll drauf. Damit ist sie für die Gruppe von Unschätzbarem Wert. Nur mit ihrer Hilfe, gelang der Einbruch in den Firmensitz. Die Ereignisse machen ihr jedoch zu schaffen und der Leser merkt deutlich, dass sie selbst nicht weiß, was sie von alledem, Alex und David halten soll. Schnell wurde sie mir sympathisch und die Wortgefechte mit David unverzichtbar.

Alex, nun der hat es nicht einfach. Immer noch auf der Flucht mit Mojo landet er bei den Innererden-Menschen. Eine Begegnung, die für ihn nicht ohne Folgen bleibt. Er wird in die Urgeschichte eingeweiht und erfährt Dinge, mit denen er nichts zu tun haben wollte. Wohl oder übel muss er sich dem Willen der Seherin fügen und die Sache in die Hand nehmen. Er schafft den Übergang in seine Welt, wo er endlich auf David trifft und ihn eine gnädige Ohnmacht umfängt. Die Anstrengungen, die er durchlebt, kommen auch beim Leser an. 
Mojo hat sich ebenfalls verändert. Vorher noch der große Redner und Revolutionsführer spürt den Druck, der auf ihm lastet, immer deutlicher und fühlt sich schuldig. Nur mit Mühe und Ablenkung ist er wieder aufzupäppeln.


Aber auch (wichtige) Nebenpersonen wie Leuen, Hiller, der Großimperator und die Seherin sind gut umgesetzt und wirken lebendig, statt bloß hingestellt. Fred Ink ermöglicht tiefe Einblicke, die sofort zu einem passenden Personenbild führen. 

Der Stil ist knackig und flüssig. Der Autor nimmt sich Zeit, auf viele Details einzugehen, ohne Tempo aus der Geschichte zu nehmen oder sich zu lange bei unnötigen Dingen aufzuhalten. 
Die Übergänge zwischen den Erzählenden sind gut gesetzt und laufen kurz vor Schluss zusammen.


Es hat Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen, mit den Charakteren durch dunkle Höhlen oder Hanffelder zu wandeln und die Abenteuer mitzuerleben. Nun heißt es gespannt warten auf den letzten Teil. Wie sollte es auch sonst sein, hat der Autor viele Fragen offen gelassen: Was passiert mit Leuen, dem Großimperator und den Markern? Können Alex, David, Jess und Mojo den Plan durchkreuzen? Wie wird alles enden und das Chaos in Ordnung kommen? Fragen über Fragen, die hoffentlich noch dieses Jahr geklärt werden. 


Fünf von fünf Sternen für ausgezeichnete Schreibarbeit und definitiv empfehlenswert! Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern! 


Wer mehr über den Autor und die Bücher wissen möchte ->
http://fred-ink.jimdo.com/