Montag, 31. Dezember 2012

2012 - mein literarischer Rückblick


Das Lesejahr 2012...
… war sehr bunt. Ich habe das Gefühl mehr gelesen zu haben, aber noch nicht genug ;) Zu viel gekauft und zu wenig gelesen. Durch das Bücherkaufverbot ist es wieder mehr geworden mit dem Lesen und wird sich auch noch steigern, hoffe ich. Es war viel schönes darunter, die ein oder andere Durststrecke und viele viele Highlights. Sehnsüchtig wurde gewartet, auf Bücher... Auf das Ende eines Buches ;) Ich hoffe es geht so weiter.


Lesehighlight 2012...
… tja. Gute Frage. Da gibt es viel zu viele. Wenn ich mir die Liste durchgucke, sind sehr viele gute Bücher darunter, die ich gern gelesen habe und auch immer wieder lesen könnte.

Als Highlight würde ich zum einen »Plötzlich Shakespeare« von David Safier ansehen. Nachdem ich mich lange nicht an das Buch herangetraut habe, weil ich so ein Shakespeare-Fan bin und mir das Bild nicht kaputt machen lassen wollte, hat es mich sehr überrascht und positiv gestimmt. Definitiv ein Highlight.

Des weiteren noch die Trilogie »Die Gilde der Schwarzen Magier« von Trudi Canavan. Aus einer Laune heraus bestellte ich den ersten Band und schon beim Lesen von diesem die Folgebände. Ich habe sie binnen kurzer Zeit verschlungen und genossen. Es ist gut geschrieben, lässt sich schnell lesen und bietet viele Höhen und Tiefen, schöne Einblicke und ist für mich ein kleines Meisterwerk.

Ein kleines Highlight waren die Bücher von Lemony Snicket. Vielleicht kennen einige den Film »Rätselhafte Ereignisse«? Dazu gibt es auch eine Buchreihe »Eine Reihe betrüblicher Ereignisse«, die ich dieses Jahr angefangen habe. Da bin ich zwar »erst« beim dritten Band, aber es sind schöne Bücher mit einem ganz eigenen Erzählstil des Autors und ich freue mich auf die Folgebände.

Positiv überrascht hat mich auch »Die Stadt der verkauften Träume« von David Whitley. Da warte ich inzwischen auch auf den letzten Band, weil es mir sehr gut gefallen hat.
Oder »Strange Days 2« von Fred Ink, das darf in der Reihe nicht fehlen! da warte ich inzwischen auf Band 3 =) 
Und zuletzt noch »Wie ich auszog Zigaretten zu holenund als Retter der Welt zurückkam« von Romana Grimm. Dieses Buch war einfach nur genial und definitiv auch ein Highlight.

Für mich war 2012 also voller Highlights, sodass ich mich nicht entscheiden kann und will. Ich fand sie alle auf ihre Art sehr schön und mitreißend und ich möchte keins von ihnen missen.

Mustreads 2012 waren...
… auch viele. Meine ganz persönlichen Mustreads waren »Arise« von Tara Hudson. Die Geistergeschichte hat mich schon im ersten Band begeistert und ich habe sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet.  

Auch auf den zweiten Band von der Spiegelwelt-Trilogie »Reckless – Lebendige Schatten« von Cornelia Funke habe ich gefiebert und hoffe, dass ich unsere Theateraufführung zum Stück in Dresden besuchen kann.

Und zu guter Letzt noch »Schwert und Revolver« von David Michel Rohlmann. Der Debütroman hat mich sehr begeistert

Bei allen dreien hat sich das Warten definitiv gelohnt und ich freue mich bei eben jenen Autoren auch auf ihre Werke im nächsten Jahr =)

Enttäuschungen 2012...
… gab es zum Glück kaum. Ein wenig enttäuscht war ich von »Die Frau des Zeitreisenden« von Audrey Niffenegger oder »Das Magische Messer« von Philip Pullman. Ich habe viel Gutes über sie gehört, aber beide Bücher konnten meinen Erwartungen leider nicht gerecht werden. Ansonsten waren noch einige Bücher dabei, die mich nicht so begeistern konnten, die ich aber trotzdem nicht schlecht fand.  

Für das Jahr 2013...
… wünsche ich mir, dass ich meinen Stapel abbauen kann und noch viele schöne Bücher kommen. Wie das Buch meiner Freundin Jenny, was hoffentlich bald erscheint. Aber auch bei allen anderen oberen genannten freue ich mich auf weitere Bücher.

Auf, dass 2013 so bunt und interessant wird, wie 2012 =) und ich auch endlich ein eigenes Buch herausbringe ;)

eure Maria

Samstag, 22. Dezember 2012

Rezension: "House of Night - Bestimmt" - P.C. und Kristin Cast

von fischerverlage.de







Titel: House of Night - Bestimmt (eng: Destined)
Autor: P.C. und Kristin Cast
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Seiten: 544
Preis: 16,99€ (gebunden)
Verlag: Fischer FJB







Klappentext:

Der 9. Band der größten Vampyr-Serie aller Zeiten 
Kann die Liebe siegen, wenn sie von den Mächten der Finsternis auf den Prüfstand gestellt wird? 
Zoey ist wieder zurück im House of Night in Tulsa, gemeinsam mit ihrem Krieger Stark, der sie beschützt. 
Doch nun wird ein Treffen mit der nach Rache dürstenden Hohepriesterin Neferet unausweichlich. Neferet ist noch immer mit den Mächten der Finsternis im Bunde, ihre Macht größer denn je. Ist Zoey wirklich sicher in diesem Haus? Und weiß sie, wer ihre wahren Freunde sind? Auch für Rephaim, der Stevie Rae nicht mehr aus den Augen lässt, entscheidet sich jetzt alles: Durch eine Gabe der Göttin Nyx hat er menschliche Gestalt angenommen und kann auf diese Weise endlich mit ihr zusammen sein. Doch wird er den Weg des Guten auch weiterhin gehen?

Die Rezension:
Nun ja, also wirklich umgehauen hat es mich nicht. Ich hatte das Buch noch auf meinen SuB und vor Ewigkeiten gekauft, weil ich die Reihe weiter lesen wollte. Es jetzt zu lesen (auf Englisch) war schon anstrengend, da es seeeeehr viele handelnde Personen gibt, aus deren Sicht die Handlung auch erzählt wird. 
Der Einstieg war sehr plötzlich, es ging nahtlos da weiter, wo Band 8 geendet hatte. Für mich schwierig, weil ich den Band vor über einem Jahr gelesen hatte. Das Chaos aus den vorigen Bänden nimmt seinen Lauf, spitzt sich zu (inzwischen frage ich mich, wie die Autorinnen es schaffen, immer noch mehr Probleme einzuwickeln...) und wird zu einem noch größeren Chaos. Auch das fand ich anstrengend, da ich nie das Gefühl hatte, dass jetzt etwas gelöst war, sondern dass der Leser von dem Berg aus Problemen erdrückt wird, aus dem er nicht wieder heraus kann. Ich frage mich inzwischen auch, wie es am Ende ausgehen und wie die große Lösung aussehen soll. Ich kann es mir noch nicht wirklich vorstellen.

Die Personen sind gut, nur sind es mir zu viele. Da fände ich inzwischen ein Personenregister sehr hilfreich, einfach um gleich alle zuordnen zu könne: Rote und Blaue (markierte) Vampyre, die einzelnen Gruppen und die Lehrer. Das war, beim Wiedereinstieg, schon sehr schwierig, vor allem, da einige recht selten erwähnt wurden und ich mich nur schwerlich daran erinnern konnte, wann die Person wo, in welchem Kontext aufgetreten ist. Sehr häufig dachte ich: "Wer ist das jetzt wieder? oO". Aber ansonsten gefallen sie mir wirklich gut. Alle haben einen ganz eigenen Charakter, ihre Stärken und Schwächen, sind wandelbar und schaffen es auch immer wieder mich zu überraschen. Schön finde ich auch, dass Zoey zwar im Mittelpunkt steht, aber ebenso auf die anderen eingegangen wird und jeder seine eigene Geschichte bekommt, ganz unabhängig davon, dass es ja um Zoey geht. Klar spielt sie eine wichtige Rolle, aber ohne ihre Freunde wäre sie auch nie so weit gekommen. 
Das macht für mich die Bücher auch ein wenig aus, dass es sich war um den Hauptcharakter dreht, der Leser aber trotzdem sehr viele Infos zu den anderen bekommt. Das macht das Lesen auch wesentlich interessanter, da ich so nie das Gefühl hatte, dass Zoey abhebt oder ähnliches, einfach, weil sie nie zu oft vorkam und sich das Gefühl somit nicht einstellen konnte, dass sie ja die Wichtigste und Tollste ist.

Was mich allerdings an der Reihe stört, ist, dass man die Bücher schon am Stück lesen muss, weil man sonst den Überblick verliert (das hat mich auch dran gehindert, wieder anzufangen) und dass es keine abgeschlossenen Bücher sind. Es kommt, wie oben schon erwähnt, immer mehr dazu. Ich habe bei den Büchern nie das Gefühl, dass jetzt etwas geklärt ist, weil der große Handlungsstrang eben immer weiter geht. Die ersten Bücher konnten noch selbständig gelesen werden, aber so ab Band 4 war das für mich nur noch eins. Klar, eine Thematik wird immer noch genauer behandelt und ein "großes" Ereignis gibt es auch immer, welches zwar geklärt wird, trotzdem ist für mich nie etwas abgeschlossen. Vor allem am Ende hab ich mich leicht unwohl gefühlt und mit dem Buch allein gelassen. Es zwingt einen förmlich dazu, den nächsten Band zu kaufen. Den sollte ich mir aber freiwillig kaufen wollen, weil mir das Buch gefallen hat, nicht weil alles so offen ist, dass ich die folgenden Bücher brauche um nicht vollends auf der Strecke zu bleiben. 

Ein weiterer Pluspunkt ist aber, dass die Autorinnen es immer wieder schaffen, Wendungen einzubauen und mich zu überraschen. Das ist ziemlich beeindrucken, da ich beim 9. Band dachte, dass da nicht wirklich mehr kommen kann, dass es irgendwann vorbei ist mit den Überraschungen. Weit gefehlt. Auch beim 9. Band sitze ich da und denke mir: "Neeeeeiiiiiiiiin! Wieso denn!?" (im positiven Sinne). Sie schaffen es auch immer wieder mich zu fesseln und mitzureißen. Was ist echt beeindruckend finde. Eine Reihe, die als fortwährender Strang geplant ist und bei der die Bände sehr stark zusammen hängen (einfach weil der Nächste an den Vorhergehenden nahtlos anknüpft), die es immer noch schafft Neues zu bringen und dem Leser zeigt, dass es nicht nur strikt langweilig vorwärts geht, ist in meinen Augen schon eine echt gute Reihe. 

Mein Fazit: 
Für einen Folgeband ganz gut, war auch besser als die vorhergehenden, aber umhauen konnte es mich nicht. Ein guter Jugendroman, der das Thema Vampyre mal ein wenig vielfältiger umsetzt.

3 von 5 Sternen von mir =)

eure Maria

Sonntag, 9. Dezember 2012

100 Seiten Neela und BKV

Am Anfang habe ich noch Witze darüber gemacht, wie weit ich kommen würde und ob ich die 100 überhaupt schaffe. 
Endlich ist es soweit, nach über sechs Monaten habe ich die 100-Seiten-Marke bei Neela durchbrochen. Wurde ja auch Zeit, mag jetzt der ein oder andere denken. Ich bin der gleichen Meinung. Nachdem ich mehrere Monate wenig bis nichts geschrieben bekommen habe, wurde es wirklich Zeit. Klägliche Ausreden hielten mich davon ab, wie: "Aber Uni...", "Aber Arbeit..." Nichts da aber! Schließlich sollte daraus noch eine Graphic Novel werden und wie soll die irgendwann erscheinen, wenn ich nicht fertig werde.Nun ja, von "fertig" bin ich auch noch weit entfernt, aber auf einem guten Weg. Die großen Lücken sind geschlossen. Im Juni hatte ich begonnen zu schreiben, nur war das dummerweise ein Teil, zu dem ich erst noch kommen musste. Was nach 75 Seiten auch endlich der Fall war. Jetzt kann es weiter gehen und ich bin noch unsicher, wie viele Abenteuer noch vor Neela liegen. Das Ende steht zum Glück schon fest, zumindest im Kopf ;) Ich bin gespannt, wie es weiter geht und was noch aus der Geschichte herauszuholen ist. Später geht es an die Überarbeitung. Momentan bin ich an dem "alten Teil" von Juni, damit er zum Rest von Neela passt. 

Tja das BKV, auch Bücherkaufverbot. Im November lief es sehr gut, jetzt im Dezember eher schlechter, da Tintenherz sich in die Länge zog. Das Nicht-Kaufen klappt gut, auch wenn es regelmäßig in den Fingern juckt. Da habe ich mich gefreut, als ich mein eigenes Buch »Der ist nur tot...« kaufen konnte (die Geschichten kenne ich ja zum Teil, darum ist es vorerst nichts für den SuB) und auch Bücher als Geschenke durften nicht fehlen. Beim Stapel habe ich noch 36 Bücher vor mir, wobei das nach Weihnachten sicher wieder mehr sein werden. Aber erstes Ziel sind 13 Bücher gelesen zu haben, mal sehen, wann es so weit ist =) Aber es sieht momentan noch gut aus! 
Ich freue mich auf Weihnachten, wenn es endlich wieder "neue Ware" gibt, auch wenn dann die vorherigen Bemühungen vergebens waren. ;)

Donnerstag, 29. November 2012

Rezension: "Plötzlich Shakespeare" - David Safier





Hochgenuss und Komik vom Feinsten!



Titel: Plötzlich Shakespeare
Autor: David Safier
Genre: Humor
Seiten: 315
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag






Der Klappentext:
ZWEI SIND EINER ZU VIEL!
Wenn Mann und Frau sich das Leben teilen, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, dann ist das Chaos perfekt!
Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt. In den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert: William Shakespeare. Wir schreiben das Jahr 1594, und Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist. Keine einfache Aufgabe: Sie muss sich als Mann im London des 16. Jahrhunderts nicht nur mit liebestollen Verehrerinnen rumschlagen, sondern auch mit Shakespeare selber, der nicht begeistert ist, dass eine Frau seinen Körper kontrolliert. Und während sich die beiden in ihrem gemeinsamen Körper kabbeln, entwickelt sich zwischen ihnen die merkwürdigste Lovestory der Weltgeschichte.

Die Rezension:
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Aus der von Rosa und der von William Shakespeare. Beides als Ich-Perspektive, doch zum Glück sind Williams Passagen kursiv geschrieben, so ist es ein leichtes, den Überblick zu behalten.

Eingeleitet wird die Handlung durch Rosa. Sie selbst sieht sich als das Klischee schlechthin. Eine Frau in den Dreißigern, Lehrerin, normal gebaut, verliebt, doch der Geliebte ist unerreichbar. Ihr Wunsch ist es, endlich aus dem Klischee auszubrechen und nicht mehr gewöhnlich zu sein. Ihre geheime Leidenschaft galt früher dem Schreiben, doch hat sie es aufgegeben, nachdem sie vor allem negatives Feedback bekommen hatte. Sie ist unzufrieden mit ihrem Lehrerjob und hätte sich wohl ganz aufgegeben, wenn sie nicht ihren besten Freund Holgi hätte. Sie ist, wie ich fand, alles andere als gewöhnlich, sondern sehr sympathisch, witzig und wortgewandt.

Shakespeare als Frauenheld der von einem Problem ins nächste stolpert. Gleich zu Beginn des Buches fliegt er aus dem Bett einer Frau, wird bedroht und muss sich mit einem Hechtsprung durchs Fenster in einen Fluss retten. Das sagt doch eigentlich schon alles über ihn aus. Auch machen es seine Freunde nicht besser, die den Eindruck vermitteln, als würden sie von einem Hurenhaus und einer Schenke in das/ die nächste ziehen. Doch belastet ihn seine Vergangenheit, von der er sich nicht lösen kann und dadurch unter die Röcke vieler Frauen flieht. Doch auch er hat einen weichen Kern und Sinn für Humor.

Alle beide sind sehr liebenswerte Charaktere und waren gut dargestellt, vor allem bei William wurde darauf geachtet, dass er angemessen redet, ohne dass es den Leser zu sehr im Redefluss behindert hätte, er (der Leser) aber noch wusste, dass es sich um William Shakespeare handelte.

Ich liebte die Szenen mit ihr und William. Sie waren urkomisch, aber auch tiefgründig. Alles in allem sehr gut geschrieben. Die Gespräche der beiden zeigten, wie erwähnt, auch tiefe. Was ich ziemlich gut fand, da es so nicht nur pure Unterhaltung war, sondern auch unterschwellig gute Aussagen zu sehen waren. Allein schon der Grund, weswegen Rosa in Williams Körper landet, zeigt, dass der Autor nicht nur simpel unterhalten wollte. Die beiden halfen sich dabei ihre Stärken zu erkennen und ihre Probleme zu überwinden.

Die Schauplätze sind gut beschrieben, das London zu Zeiten Elizabeth der 1., als auch die Neuzeit gefielen mir gut. Auch wie London und die Personen aus Rosas Sicht beschrieben wurden. Ebenso wurden die beiden Zeiten miteinander verglichen, was ich auch einen netten Zusatz fand.

Da steckt soviel »Unsinn« drin, dass ich nur noch laut lachen konnte. Von Mutter-Sprüchen, über Defloration, zu Homoerotik, Donnerbalken und Hamlet als Komödie. Viele lustige Elemente wurden gekonnt eingebaut, sodass es selbstverständlich und nicht aufgesetzt wirkte. Sehr gute Verknüpfung der Moderneren Komik mit der alten Zeit.
Das Ende fand ich auch sehr gut gestaltet. Es war ganz anders als erwartet, sehr schön aber auch ein bisschen traurig.

Ein Buch, dass auch den eingefleischten Shakespeare-Fans zusagen würde. Ich hatte auch erst meine Bedenken, weil ich nicht wusste, wie Shakespeare dargestellt werden würde. Doch der Autor hat mich positiv überrascht und mir gefiel das Bild von Shakespeare, dass er hatte.

Wie der Klappentext schon sagt, ist es die wohl merkwürdigste Liebesgeschichte der Welt. Und sie gefällt!
5 von 5 Sternen, weil es mich bestens unterhalten und mich auch zum Nachdenken angeregt hat.

eure Maria

Sonntag, 25. November 2012

Rezension: "Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam" - Romana Grimm



Danke, dass ich bei der Wanderbuch-Aktion mitmachen durfte!


Titel: Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam
Autor: Romana Grimm
Genre: Action
Seiten: 182
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform


Der Klappentext:
So hat sich der Krimiautor Thomas Pohl den „Morgen danach“ ganz bestimmt nicht vorgestellt. Auf der Flucht vor seiner Eroberung und auf der Suche nach dem Nikotinkick gerät er wegen einer Schachtel Zigaretten unversehens in ein halsbrecherisches Abenteuer. Weil er statt Tabak beinahe die hochbrisanten - und vor allem kriminellen - Informationen einer Liechtensteiner Bankerfamilie raucht, hat er prompt einen Auftragskiller am Hals, der das brisante Material unbedingt wiederhaben will und dabei weder vor Gewalt noch Entführung zurückschreckt. Thomas erlebt den miesesten Tag seines Lebens und der eklatante Mangel an Gelegenheiten für eine Zigarettenpause ist dabei noch sein geringstes Problem ...

Die Rezension:

Mit einer scheinbar normalen Szene aus dem Männerleben beginnt es. Thomas will einfach nur weg und eine Zigarette rauchen. Die Schachtel ist zum Greifen nahe, wenn dieser komische Typ nicht wäre, der den halben Automaten ausräumt. Thomas schafft es, an eine der Schachteln zu kommen und vergiftet sich fast, als er die erste Zigarette anzündet und einen tiefen Zug nimmt. Damit beginnt das wohl spannendste Buch, dass ich seit längerem gelesen habe. Die weitere Handlung ist sehr schnell, es passiert sehr viel. Von »Unfällen« über Verfolgungsjagden zu Folter und Flugzeugübernahmen. Von allem ist etwas dabei und es wird nie langweilig.

Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, lässt sich in wenigen Stunden durchlesen, büßt dadurch aber nicht an Qualität ein. Die Autorin hat einen sehr schnellen und lockeren Schreibstil, dem ich gut folgen kann. Zudem ist es oft witzig erzählt, dass ich nicht anders konnte, als weiter zu lesen.

Die Charaktere gefielen mir sehr gut. Thomas und Andreas sind zwei Brüder, bei denen ich nie wirklich wusste, ob sie sich lieben oder hassen. Jeder für sich ist sehr gut ausgearbeitet. Thomas ist Autor, in der Blüte seines Lebens, auch wenn es scheint, dass er bald verblüht, ist sehr offen und nimmt vieles recht leicht. Wenn er aber ein Problem hat, wendet er sich an Andreas. Andreas ist Polizist und, laut Thomas, ein echter Spießer. Er wirkt sehr korrekt und diszipliniert, Eigenschaften, die er an Thomas vermisst, und scheint nur genervt von seinem Bruderherz. Wenn sie zusammen kommen, bilden sie den perfekten Gegensatz und machen alles noch komischer. Die Szenen mit den beiden sind einfach die besten. Ich habe sie echt geliebt!
Aber auch die Nebencharaktere dürfen nicht vergessen werden. Da wären Pussy, Snyder, Etienne und die beiden Agenten. Alle haben ihre ganze eigenen Macken, Ängste und Probleme, die sie realer und greifbarer machten.

Sehr gut gefallen hat mir die lustige Art von Thomas. Er war teilweise sehr komisch, hatte immer einen blöden Spruch auf den Lippen und nicht zu selten dachte ich mir: »Der ist doch einfach nur bekloppt!« Das Buch hat mich sehr oft zum Lachen gebracht, sogar laut (!), was beim Zugfahren eher weniger komisch war. Durch die Sprüche und ab und an auch Situationskomik hatte ich fast immer ein Grinsen im Gesicht und nach dem Lesen definitiv gute Laune. Auch waren mir die anderen sehr sympathisch. Sowohl der brüllende Chef, als auch Etienne und Pussy. Sonst hat man ja so ein paar Lieblingsfiguren oder zumindest einen. Bei diesen hier kann ich mich allerdings nicht entscheiden. Da ist sogar die zwinkernde Oma sympathisch!

Was mir nicht so gefallen hat, war … Dass es so kurz war! Kann ja nicht sein, dass so ein tolles Buch auf einmal vorbei ist! Ich war ganz deprimiert, als es dann vorbei war und noch einige Fragen offen waren.
Ein zweites Manko war die Szene mit Pussy. Den Charakter finde ich toll, auch die Interaktion mit Thomas, nur ihre Einführung hat mir nicht so gut gefallen. Sie ist da, alle gehen raus, sie macht ihr Ding und dann kommen doch wieder alle rein. Für mich erschloss sich das nicht so logisch und hat mich grübeln lassen. 

Zum Ende. Tja, was soll ich da sagen? Es war groß, spannend, wie das ganze Buch schon, hat mich mitgerissen und dann ein bisschen bedröppelt dastehen lassen, weil es vorbei war. ;) Alles in allem sehr gut. Den zweiten Band (wenn es ihn irgendwann gibt) würde ich sofort kaufen und wenn mein Bücherkaufverbot aufgehoben ist, werde ich mir auch »Wie ich auszog Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam« zulegen!

Die Idee ist genial, sowie der Titel und die Umsetzung ist definitiv gelungen!
Urkomisch, actiongeladen, spannend und geniale Charaktere. Eine gute Mischung in einem rasant geschriebenem Buch! Man merkt, wie viel Liebe und Arbeit die Autorin in dieses Werk investiert hat. Absolute Leseempfehlung meinerseits!

Wegen dem kleinen Manko von mir 4,5 von 5 Sternen!

eure Maria

Mittwoch, 21. November 2012

Rezension: "Ocean Rose: Erwartung" - Tricia Rayburn


Getreu dem Motto: »Einfach mal lesen« bin ich zu diesem Buch gekommen. Und ich muss sagen, es ist nicht so schlecht wie ich erwartet hatte. Um genau zu sein, wollte ich mich überraschen und das Buch hat es geschafft.


Titel: Ocean Rose: Erwartung (ehemals: Im Zauber der Sirenen)
Autor: Tricia Rayburn
Genre: Fantasy
Seiten: 368
Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag


Der Klappentext:
Irgendetwas stimmt nicht im verschlafenen Küstenstädtchen Winter Harbor: Mehrere Menschen werden tot an den Strand gespült. Als auch Vanessas Schwester Justine unter den Toten ist, weiß sie, dass sie handeln muss. Niemals hätte die schüchterne Vanessa gedacht, dass ausgerechnet der attraktive Simon ihr hilft, die gefährliche Wahrheit zu finden, die sich in den dunklen Fluten verbirgt. Dieses Buch erschien 2010 unter dem Titel "Im Zauber der Sirenen".

Die Rezension:

Ganz ehrlich? Schlecht fand ich das Buch wirklich nicht. Ich bin ohne Erwartungen ans Lesen gegangen und hab mich einfach darauf eingelassen. Aus Interesse würde ich auch die folgenden Bände lesen.
Es dauerte etwas bis es zu den Sirenen ging. Zu Beginn war es gute Unterhaltung, ohne, dass ich wusste, wo das Buch mit mir hinwollte. Es ist gut geschrieben, lässt sich gut und flüssig lesen und auch gut eintauchen. So dass auch die ersten Seiten nur so dahin flogen, allein schon wegen den sympathischen Charakteren. Der weitere Verlauf war auch gut. Einige Verwicklungen waren offensichtlich, andere schönes Rätselraten und manches auch sehr unerwartet. Eine gute Mischung, die keine Langeweile hat aufkommen lassen.

Angesprochen gefühlt habe ich mich auch durch die Meteorologie (Teil meines ehemaligen Studiums) und die unterschiedlichen Charaktere. Sie sind gut ausgearbeitet und es ist leicht, sich in sie hineinzuversetzen.
Justine ist aufgeschlossen, wild, ein bisschen verrückt und der totale Überflieger, zudem kümmert sie sich um ihre kleine Schwester und steht ihr in ihren Ängsten bei.
Vanessa dagegen ist sehr schüchtern und zurück haltend, hat Angst vor so ziemlich allem, vor allem vor dem Wasser, mit dem sie unangenehme Erinnerungen verbindet. Sie hat ein schlechtes Gewissen, wegen ihrer Schwester, vor allem, als so einige Geheimnisse ans Licht kommen, und versucht alles um deren Freund Caleb zu finden und ihren Tod aufzuklären.
Zusammen mit Simon versucht Vanessa dessen Bruder Caleb zu finden. Simon ist etwas verschlossen, verloren in seinem Studium, sehr ehrlich und bemüht sich um alles und jeden zu kümmern. So versucht er Vanessa und Caleb zu schützen, sowie ihnen zu helfen.
Vanessa und er bilden ein gutes Team und ihre Beziehung entwickelt sich. Ich bin gespannt, was bei den beiden noch passiert.

Was ich sehr gut fand, war, dass es nicht die typischen Meerjungfrauen waren, mit wallendem Haar und Fischflosse, sondern »normale« Frauen. Ebenso der Bezug zum Wetter und die Verbindung mit den Sirenen machten es interessant und spannend zu lesen. Es waren neue Aspekte, die gut vermischt wurden, sodass es nicht klassisch-langweilig war.

Viel mehr lässt sich fast nicht sagen ;)
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch weil es ein wenig anders ist und mehrere Aspekte vereint. Wer also die klassischen Meerjungfrauen erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer aber etwas Neues und auch Unerwartetes lesen will, ist mit diesem Buch auf dem richtigen Weg. ;) Es zeichnet sich nicht durch actiongeladene Szenen und extremer Spannung aus, sondern durch die Figuren, die Sirenen, die Beziehungen und die neuen Aspekte, die mit viel Phantasie umgesetzt wurden.

Von mir doch 4 Sterne, weil es mich überrascht hat =)

Viel Spaß beim Lesen!

Rezi zu Band 2
Rezi zu Band 3
eure Maria

Dienstag, 30. Oktober 2012

Schreibchallenge aka Lesechallenge

Das war wohl nix. Da habe ich mir so viel für die Challenge vorgenommen, wollte meinen letzten Rekord toppen und was war? Flaute. Ich habe ein bisschen korrigiert und hier und da etwas eingefügt, eine kleine Geschichte für die Uni geschrieben und das war es auch schon. Mit viel Glück sind vielleicht 1000 Worte zustande gekommen... joa fehlt noch einiges um die angesetzten 30.000 Wörter zu erreichen. Aber es muss ja nicht immer während einer Challenge geschrieben werden. Die Tage habe ich Neela ausgedruckt, um sie besser korrigieren zu können und meine Zeichner motivieren mich auch wieder zum Schreiben. Die Novelle wird noch fertig und wenn ich mich im dunklen Kämmerlein einschließen muss ;) Nur wird es nichts in dieser Challenge... 

Dafür habe ich einen ganz anderen Rekord geschafft, also so für mich ^^" Ich habe sechs Bücher gelesen. Manche mögen sagen, dass  sind ja richtig wenig in einem Monat, für andere schon ziemlich viel. Für mich war es auch recht viel, da ich so viele sonst nur bei viel Freizeit schaffe. Daraus entwickelte sich eine ganz andere Challenge. Ich habe mir selbst ein Bücherkaufverbot auferlegt um meinen SuB (Stapel ungelesener Bücher) abzubauen. Besagter SuB umfasst derzeit noch 43 Bücher und ich will auf 30 oder besser noch 20 Bücher runterkommen, ehe es wieder ans Kaufen geht. Ich bin gespannt, wie weit ich komme und ob ich eisern bleiben kann. Den ersten Versuchungen konnte ich widerstehen, was nicht so leicht ist, bei diversen Ausverkaufen und Bücher-Oulet-Läden ;) , dafür wächst mein Wunschzettel bei Amazon stetig, aber das muss wohl so ^^ Noch läuft es gut, werde mein Bücherregal demnächst auch mal aussortieren, vor allem jene Bücher, die mich nicht zum Lesen bewegen können. 

Also wenn schon nicht schreiben, dann wenigstens lesen! Die nächste Schreibchallenge kommt bestimmt! *tschakka!*

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Rezension: "Das Grauen in den Bergen" - Fred Ink




Titel: Das Grauen in den Bergen
Autor: Fred Ink
Genre: Horror
Verlag: CreateSpace 
Seiten: 138 

Autorenseite: Fred Ink
Der Buchtrailer: Das Grauen in den Bergen


Auch beim zweiten und dritten Mal lesen Gänsehaut pur! Ein Muss für alle Fans klassischen und schleichenden Horrors!


Die Rezension:

Der Klappentext:
Ein Mann wird aus der Nervenheilanstalt entlassen und erfährt von einem mysteriösen Erbe. Die Suche nach seinen Wurzeln führt ihn tief in die Berge Neuenglands, wo zahlreiche seiner Vorfahren auf grausige Weise ums Leben kamen. Was erwartet ihn auf dem nebelverhangenen Gipfel? Welche Macht zieht unwiderstehlich an ihm und hat seine Familie ins Verderben gestürzt? Eine klassisch angehauchte Horrornovelle für Freunde der "alten Meister" wie Poe oder Lovecraft!

Die Novelle beginnt mit Geheimnissen. Geheimnisse um Personen, Aufenthalte, Orte, Häuser und nicht gekannte Verwandte. Der Einstieg lässt sich Zeit, führt einige Informationen ein, ohne es zu überstürzen. So baut sich eine schleichende Spannung auf und man merkt richtig, wie man das Buch nicht mehr loslassen will. Spätestens als er das Haus betritt, hat mich das Buch vollends in seinen Bann gezogen, abgenagte Fingernägel inklusive.

Roderick ist seltsam. Er hat viel Zeit seines Lebens in der Nervenheilanstalt verbracht, seine Eltern nie gekannt und wird endlich entlassen. Doch statt zu seiner Magdalene zurück zu kehren, wird er von einem Chauffeure abgeholt und mit dieser Fahrt scheint sich vieles zu verändern. Nicht nur, dass er von einem Erbe erfährt, er hat auch noch einen Auftrag.
Die Figur ist sehr gut ausgearbeitet und tiefgründig. Seine Eigenheiten sind unterschwellig spürbar und brechen auch ab und zu an die Oberfläche. Ich fand es gut gelungen, dass dieser Aspekt mit seiner Psyche nicht in den Hintergrund getreten ist, sondern auch weiterhin präsent war, ohne die Geschichte aber in diese Richtung zu drängen.
Auch gefiel mir die Alte, die zwar nicht grad ein Sympathieträger ist, doch wurde sie nicht als stumpfe Nebenperson eingeführt, sondern auch mit liebe zum Detail ausgearbeitet.

Als das Summen oder Dröhnen einsetzt, spürt man sogar als Leser den Sog, der einen immer weiter zu den Gipfeln zieht. Die Spannung wird unerträglich, man wartet auf die Erklärung, auf die Begegnung, auf irgendwas. Und ich fand es auch gelungen, dass der Autor dann eben nicht hetzt, sondern sich weiterhin Zeit lässt und seinem Stil treu bleibt.

Die Sprache ist in einem älteren, gehobenen Stil gehalten, ohne große Schnörkel und passt sehr gut zu dem Setting und den beschrieben Personen, ohne überhoben zu sein. Auch lässt sich Fred Ink einige schöne Bilder einfallen, die er unauffällig in den Text webt und so alles sehr anschaulich darstellt. Es wirkt alles recht düster und drückend, aber mitreißend, fast wie ein Schwarzweißfilm läuft die Handlung im Kopf mit.

Ich mochte sehr die Form des erzählenden Briefes, so wurde der Leser auch hin und wieder »direkt« angesprochen und fühlte sich mitten in der Geschichte. Zudem war es gut zwischen dem Persönlichen und dem Erzählenden gehalten, dass es sich gut und und nicht immer wie ein Brief lesen ließ.

Die kleinen Codes zwischendrin lockern den Text auf und animieren zum Miträtseln. Eine schöne Idee, die auch nicht zu kompliziert gestaltet ist, dass man die Lust am Decodieren verliert.
Zum Inhalt vielleicht nur noch so viel (hab ja schon genug gespoilert vom Gefühl her..) : Lest es einfach. Eine tolle Idee wurde hier sehr detailreich und spannend umgesetzt. Sie ist es wert gelesen zu werden und der Autor zeigt, dass er sich auch in diesem Genre zu bewähren weiß.
Das Ende, immer wieder ein Knackpunkt, fand ich richtig gut gelungen. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt und bildet auch einen guten, grausigen Abschluss der Novelle ;)

Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich mich mit Horror nicht wohl fühle und ihn ungern lese, aber dieses Buch... Einfach der Hammer und kann seinen Vorbildern gerecht werden! Lesen Leute! ;)
Mein Dank an den Autor, für das Testlesen lassen, das Wanderbuch und die wunderbare Novelle!

Volle 5 Sterne von mir!  

eure Maria

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Rezension: "Die Stadt der verkauften Träume" - David Whitley


Ein wunderbarer Fantasyroman für jedes Alter. Durch Zufall habe ich das Buch gefunden und geradezu verschlungen.
Bei Goldmann erschienen, ist der Roman toller Auftakt zu der Reihe.


Titel: Die Stadt der Verkauften Träume
Autor: David Whitley
Genre: Fantasy
Seiten: 381
Verlag: Goldmann Verlag


Der Klappentext:
Ein magischer Roman um Gut und Böse, Macht und Unrecht, Liebe und Verrat.
Glück kann sich in Agora nicht jeder leisten. In der Stadt, in der man Gefühle, Gedanken und seine Kinder eintauschen kann, hat alles seinen Preis. Und der kann sehr hoch sein. Lilly und Mark wissen das nur zu gut. Beide fristen ihr Dasein als Untergebene des berühmten Astrologen Graf Stelli, ohne zu ahnen, wie sehr ihr Schicksal mit dem von Agora verbunden ist. Denn es gibt ein mysteriöses Dokument, auf dem ihre Namen stehen, und es gibt Menschen, die ihr Schicksal genau verfolgen…


Die Rezension:

Schon zu Beginn der Geschichte befindet sich der Leser so gut wie mitten in der Handlung. Mark erwacht in einem Zimmer aus Stein, nachdem ihn ein Schnitter geholt hatte. Sofort drängen sich dem Leser diverse Fragen auf, die einem zum Weiterlesen animieren.
Kurz darauf begegnet er Lily, einer Dienerin, die ihm erklärt, wo er sich befindet und was passiert war. Zuerst zusammen, und später getrennt, lernen sie das Leben kennen und den Willen für etwas zu kämpfen.
Die Entwicklung geht bei beiden in eine andere Richtung, was das Lesen noch interessanter macht. Sie waren beide ganz unten, waren arm und wurden verkauft.

Mark ist 12 Jahre jung und noch ein Kind, als sein Vater ihn an einen Arzt verkauft, nachdem er sehr krank geworden ist. Als Sohn eines Fischer kennt er das Leben in Armut und harte Arbeit. Vom Leben selbst und der »richtigen« Stadt hat er allerdings keine Ahnung. Am Anfang wirkt er noch sehr kindlich und naiv, teils sogar jünger, als er eigentlich ist, hat eine geringe Bildung und lebt in den Geschichten, die seine Mutter im erzählt hatte. Das ändert sich mit der Zeit und unter der Einweisung anderer. Er lernt lesen, schreiben, sich zu behaupten, Reichtum und Intrigen kennen. Er wird reifer und klüger, das äußert sich auch in seiner Denk- und Sprechweise. Sein Wandel hat mir gut gefallen, da ich erst Bedenken, wegen des Alters hatte. Doch er lernt schnell erwachsen zu werden und nur noch selten kommt seine Unsicherheit und Naivität durch. Allerdings scheint er später seinen Blick für das Wichtige und Richtige zu verlieren. Da wurde er mir sogar etwas unsympathisch. Den Wandel fand ich aber sehr gut dargestellt, ebenso die Entwicklung. Er wirkt sehr echt und man spürt das Kind auch zwischen den Zeilen.

Lily ist nur wenige Monate älter als Mark. Sie war sechs Jahre jung, als sie von dem Waisenhaus an den Grafen verkauft wurde. Sie ist sehr selbstständig und wirkt wesentlich älter als sie eigentlich ist. Ihr größter Wunsch ist, dass sie den Turm, in dem sie arbeitet, verlassen und in die Stadt kann. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, ergreift sie sie sofort. Später überredet sie den Doktor ihr Projekt zu unterstützen, dass sie mithilfe diverser Freunde am Leben erhält. Immer wieder trifft sie mit Mark zusammen. Diese Begegnungen verdeutlichen sehr gut die Unterschiede zwischen den Beiden und die Richtung, in die sie sich entwickeln. Lily wird immer selbstbewusster und entwickelt sich weiter. Auch die Suche nach ihrer Familie nimmt sie wieder auf.

Die Personen sind sehr gut ausgearbeitet und oft nicht so, wie sie erscheinen. Hinter vielen verbergen sich Geheimnisse, die erst nach und nach ans Licht kommen. Oft sind sie sympathisch, bei manchen wusste ich aber auch nie, wie ich sie einschätzen sollte. So kamen manche Wendungen auch sehr unerwartet. Doch sie haben das Buch voran getrieben, es war spannend zu sehen, wie sich alle und alles entwickeln/-t.
Gefallen hat mir auch, dass die Personen alle miteinander verbunden sind. Die Beziehungen zwischen ihnen könnten unterschiedlicher nicht sein, so kommen auch manche Details ans Licht, mit denen man nicht mehr gerechnet hatte. Andere Verbindungen dagegen waren vorhersehbar und dennoch hat es der Autor geschafft eine (kleine) Wendung einzubauen. So hatte man nie das Gefühl, dass jetzt noch jemand eingeführt wurde, nur damit es noch jemanden gibt, sondern hatten alle eine bestimmte Funktion.

Zudem war auch die Gesellschaftsidee sehr gut umgesetzt. Die Stadt, deren Aufbau, die Probleme und die Verbindungen waren sehr gut dargestellt und auch etwas neues. In der Stadt hat alles seinen Preis, alles wird eingetauscht, sogar Gefühle können abgegeben werden. Es orientiert sich schon an bestehenden oder vergangenen Gesellschaften, dennoch fand ich es sehr gut umgesetzt. Ein bisschen wie poliert und neu aufgelegt ;) Ein Grund, warum ich mir auch den zweiten Band gekauft habe, denn da gibt es eine neue gesellschaftliche Ordnung.

Zum Inhalt habe ich ja schon einiges verraten. Im Großen und Ganzen fand ich es sehr gut umgesetzt, spannend geschrieben und schnell zu lesen. Das Mitternachts-Statut wird erst wesentlich später und dann auch nicht so ausführlich angesprochen, wie gedacht. Ich vermute, dass es vor allem in den nächsten Büchern noch von Bedeutung sein wird.
David Whitley watet mit schönen Beschreibungen auf. Die Welt bzw. die Stadt wird ebenfalls gut beschrieben, sodass der Leser immer weiß, wo er ist, wie es aussehen könnte, ohne aber von Informationen erdrückt zu werden. Ich persönlich hätte mir gern einen Plan der Stadt gewünscht, aber ohne ließ es sich auch gut orientieren.
Das zentrale Thema: die Sterne wird auch wunderbar umgesetzt und taucht immer wieder auf. Es steckt im Aufbau der Stadt, in ihrem Glauben und in den Menschen.Ein schöner Aspekt, der auch von Lesern gemocht werden kann, die nicht so viel Wert auf Sternenkunde legen.

Das Zusammenspiel der Idee, der Figuren und der Gesellschaft machen das Buch lesenswert! Mich hat zwar erst das Alter der Hauptfiguren abgeschreckt, aber das wurde ja gut gelöst. Das Ende lädt zudem zum Weiterlesen ein. Der zweite Band, steht auf der Liste.

Ein interessantes Buch für jeden Fantasy Fan ;) Vier Sterne von mir und ich bin gespannt, wie es weiter geht!

eure Maria

Sonntag, 7. Oktober 2012

Ready. Steady. Write! - Runde 2

Endlich ist es auch für mich so weit, endlich kann ich auch mit der Challenge starten. Ob das bei einer Woche Rückstand noch etwas wird, wird sich zeigen, aber ich bin zuversichtlich =) 

Diesmal sind wir schon ein paar mehr Schreiberlinge, die Konkurrenz ist stark und fleißig am Schreiben. Ich bin gespannt, wie weit wir alle diesmal kommen, ob wir schaffen, was wir wollten, vielleicht auch über uns hinaus wachsen. Ich freue mich auf den Austausch, die "word wars" mit Jenny, und das Schreiben an sich!
Das Letzte mal habe ich die 20.000 - Wortmarke geknackt, dieses Mal heißt es die 30.000 zu erreichen (oder zumindest in die Nähe dessen zu kommen ^^"). Neela wartet sehnsüchtig auf neue Worte und die Fertigstellung ist ja auch für dieses Jahr geplant. Also ran an die Tastatur! In der Hoffnung, dass nicht wieder etwas dazwischen kommt... wie das letzte Mal. 

Heute geht es wieder los, endlich bin ich bei dem Teil "Am Rande des Wahnsinns" angekommen, mit dem die letzte Staffel begann. Nun heißt es, das Geschriebene umarbeiten, damit es zum "neuen Teil" passt und weiter schreiben. Ich freue mich drauf, da ich die Geschichte ein wenig vernachlässigt habe und die Challenge bietet noch die meiste Motivation viel zu schreiben. Mal sehen wie viel es am Ende wird und ob ich Neela bald fertig habe.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Spaß und Motivation! Wer Lust hat, kann jederzeit noch mit einsteigen. 

Sonntag, 23. September 2012

Buchvorstellung: Hereafter, Arise von Tara Hudson

Zwei der drei Bücher sind schon auf Englisch veröffentlicht und das Dritte erscheint 2013. Auf Deutsch gibt es im Moment nur den Ersten Band ("Wenn du mich siehst"). Dennoch will ich euch die Reihe vorstellen. 

Hier mal die beiden Englischen Cover. Ich konnte die Bücher nicht mehr aus der Hand legen und habe sie förmlich verschlungen. 
Der dritte Band steht fest auf meiner Wunschliste für das nächste Jahr.
Es gibt Geister, Friedhöfe, eine Brücke, Unfälle,  viel Liebe, ein Zwischenreich, dunkle Schatten, Exorzismus, Poltergeister, Geheimnisse, Seherzirkel, uvam.

Alles in allem ist es eine bunte Mischung aus Liebe, Spannung, tollen Ideen und Geistern. 
Ich fand es schön mal wieder etwas anderes zu lesen und mit den Geistern bringt die Autorin ein bisschen Wind in die Fantasy-Welt. 

Der Klappentext vom ersten Band: 
Amelia ist 18 zum Zeitpunkt ihres Todes. Seitdem streift sie als ruheloser Geist durch die Kleinstadt, in der sie einst zur Schule ging, mit Freunden die Nachmittage verbrachte, lernte, lachte, liebte: All dies scheint ihr unwiderruflich verloren. Doch dann lernt sie Joshua kennen, der mit seinem Wagen über die Böschung schießt und beinahe in einem Fluss ertrinkt, in dem Amelia ihren Tod fand. Tief in den dunklen Fluten erblickt er für einen Sekundenbruchteil Amelia, die ihm in dem verzweifelten Versuch zu helfen hinterhergesprungen ist.Und das Wunder geschieht: Die Gabe, Amelia sehen, hören und sogar berühren zu können, bleibt Joshua erhalten. An seiner Seite kann Amelia das unheimliche Zwischenreich, in dem sie einer Gefangen gleich orientierungslos umherirrte, verlassen und ein Stück weit ins Leben zurückkehren. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Denn da ist noch jemand, der Amelia sehen kann, jemand, der Böses im Sinn hat und sie endgültig ins Jenseits befördern will.
entnommen: weltbild.de

Autor: Tara Husdon
Titel: Wenn du mich siehst
Verlag: Heyne Verlag
Genre: Fantasy
Seiten: 351
Preis: 14,99€


im Englischen erschienen bei: 
Verlag: Harper Collins

Ich kann die Bücher jedem empfehlen, der Spaß an Geister- und Liebesgeschichten hat. 
Viel Freude damit =) 

Dienstag, 18. September 2012

Zeichner/ Grafiker gesucht

Bildquelle
Hey ihr Lieben,

Ihr kennt doch noch "Neela"? 
Für alle die sie nicht kennen: Neela ist mein Kurzroman, eine Fantasyreise mit Harpyien, Skorpionen, Gargoyle, Drachen, einem Durchgang, dem Wahnsinn und vielem mehr.

Jetzt suche ich Zeichner und Grafiker, die Interesse daran hätten, für einige meiner kurzen Kapitelchen etwas zu zeichnen. Volkmar Koch hatte die Idee zu einer Graphic-novel gehabt und nun versuchen wir das umzusetzen. Für einen allein ist das nur etwas zu viel Arbeit und aus dem Grund, wollen wir daraus ein Gemeinschaftsprojekt machen. 

Jeder der Lust hat, oder jemanden kennt, kann sich bei mir melden und würde dann einen Teil der Rohversion von Neela bekommen, wozu er Skizzen anfertigen kann. Ich würde das dann mit Volkmar absprechen und vielleicht seid ihr dabei. =) 

Ich freue mich über jede Rückmeldung!


An meine Testleser: Es dauert noch eine ganze Weile, ihr sollt Neela in einem Stück bekommen und im Moment fehlt noch viel zu viel. Trotzdem hoffe ich, dass ich auf euch zählen kann, wenn es soweit ist. =)

Liebste Grüße
Maria

Sonntag, 2. September 2012

Neela - Eine Begegnung

Neuer Monat, neues Glück! 

Nachdem es jetzt doch nicht so schnell weiter ging, wie erwartet (bedingt durch 2,5 Wochen Urlaub ohne Schreibzeit), wird diesen Monat durchgestartet. Das Ende steht endlich und gefällt mir auch sehr gut. Mal sehen was die Leser sagen werden, wenn ich es denn geschrieben habe. 
Bis zum Ende ist allerdings noch eine riesige Lücke zu überwältigen, die anscheinend auch immer größer, anstatt kleiner wird. Eine Idee und Szene nach der anderen kommt mir in den Sinn und ich weiß manchmal nicht mehr, ob ich mich freuen, oder heulen soll. Schließlich wollte ich ja nur eine Kurzgeschichte schreiben ;) Aber das Ziel steht ja, ich will dieses Jahr noch fertig werden und dazu gehört auch die Endkorrektur, wie es danach mit ihr weiter geht, muss noch geklärt werden. 

Für alle, die dennoch weiter interessiert sind und gespannt mit mir warten, habe ich hier einen weiteren Auszug (unkorrigiert) aus dem Kurzkapitel: Eine Begegnung. Viel Spaß damit! =) 

Jemand packte sie am Arm und zog sie in eine enge Gasse. Ehe sie ein Wort sagen konnte, wurde ihr eine Hand vor den Mund gepresst. »Psst!«, machte es an ihrem Ohr. Widerwillig ließ sich die Gräfin durch die Gasse ziehen. Hinter ihr wurde irgendwo eine Tür geöffnet und sie hindurchgezogen. Die Tür fiel knarrend zurück ins Schloss. Der Raum, in dem sie sich befand, war dunkel und stickig, Stoffe hingen von der Decke, sowie seltsame Gefäße und Kräuter.
»Ich lasse dich los, wenn du nicht schreist.« Die Stimme gehörte einer Frau. Die Gräfin nickte und augenblicklich löste sich die Hand. »Setz dich«, sagte die Fremde.
Die Gräfin drehte sich um und setzte sich auf den ihr angebotenen Platz. Sie zog eine Augenbraue hoch, als sie ihr Gegenüber musterte. Als erstes fielen ihr die gelockten dunkelroten Haare auf, die wild in alle Richtungen abstanden. Das Gesicht war attraktiv, die Gräfin hätte es als schön bezeichnet, wenn die Frau keine lange Narbe über dem linken Auge bis zum Ohr geziert hätte. Das Augenlid hing ein Stück herab, sodass sie das Auge nicht richtig öffnen konnte. Sie waren braun, warm und groß, von langen Wimpern gesäumt. Viele Sommersprossen sammelten sich auf ihrer Nase und unter den Augen. Dadurch ließ sich ein Teil ihrer früheren Schönheit erahnen. Die Gräfin fragte sich, was mit ihrem Gesicht passiert war, was der Grund für diese Narbe war. Die Frau war kaum älter als sie, auch wenn ihre Hände etwas anderes sagten. Ihre vollen Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.
»Du hast mich nun genug gemustert«, sagte sie und die Gräfin errötete. »Du fragst dich, woher ich die hier habe«, sie zeigte auf die Narbe. »Viel mehr aber fragst du dich, wer ich bin. Du fragst dich, wieso du hier bist. Wir werden sehen, ob ich dir alle deine Fragen beantworte.« Sie stand auf, um etwas im hinteren Teil des Raumes zu suchen. Für einen Moment überlegte die Gräfin, ob sie fliehen sollte. Wie schnell könnte sie aus dem Raum verschwinden, wenn ... Doch sie war zu neugierig, brannte auf die Antworten, die sie bekommen könnte.
Mit verschiedenen Pergamentrollen kam die Fremde zurück. Sie breitete eine der Karten vor sich aus.
»Wenn du deinen Mann finden willst, musst du über die Grenze.« Sie zeigte auf die Karte und sah der Gräfin kurz ins Gesicht. »Jetzt guck mich nicht an, wie ein Schaf. Ich weiß wer du bist und wonach du suchst. Wenn du ihn finden willst, musst du dich beeilen. Die Skorpione haben ihn mitgenommen und ihrem Gott geopfert. Hier ist er tot und dennoch auf seine Art am Leben.« Die Gräfin riss die Augen auf. »Himmel Mädchen, jetzt hör mir zu. Sie haben ihn geopfert, ja. Aber sein Geist, oder eher seine Seele, lebt weiterhin. Sie ist nur nicht greifbar. Ihr Glauben ist sehr stark, ebenso ihr Gott, er lässt die Opfer nicht sterben. Du kannst ihn zurück holen, wenn du es willst.« Sie sah die Gräfin eindringlich an. Diese nickte nur mit großen Augen.
»Gut. Du musst über die Grenze zum Niemandsland und zum Durchgang. Viel wichtiger ist aber, dass du es willst, von ganzem Herzen willst! Sonst wird dir der Durchgang verwehrt. Die Drachen bewachen den Rand und lassen nur diejenigen passieren, die nicht an ihrem Weg zweifeln und – was viel wichtiger ist – die nicht für sich selbst hindurch wollen. Sie dürfen keinen Eigennutz an dir riechen, keine Zweifel. Du musst es wollen!« Ihre Stimme wurde eindringlich und bedrohlich. »Sie werden dich sonst binnen Sekunden zerfetzen.«
»Wie komme ich zu diesem ... Durchgang?«, fragte die Gräfin, als sie sich erholt hatte.
»Eine gute Frage. Am einfachsten wäre es, wenn du einen Skorpion finden würdest, der dich zu ihm bringt. Einen Wilden am besten, den du zähmen kannst, aber das wirst du nicht schaffen. Du musst ins Gebirge, dort wirst du auch die Drachen finden. Den genauen Weg kann ich dir auch nicht sagen, deshalb wäre ein Skorpion besser. Sie kennen Wege durch die Berge, ohne sie müsstest du zum Gipfel und darüber hinaus. Ich werde dir diese Karte mitgeben, damit du dich orientieren kannst.« Sie kontrollierte eine der anderen Rollen und zeigte sie ihr. »Wir sind hier. Der Durchgang ist hinter den Bergen. Die Karte wird nicht korrekt sein, da kaum einer, der aus dem Niemandsland zurück gekehrt ist, sich die Mühe gemacht hat, eine anzufertigen. Sie basieren auf Erzählungen. Wer weiß, wie weit du wirklich laufen musst. Stell dich auf eine lange Reise ein. Es wird anstrengend, nervenaufreibend und das Land wird dich zum Aufgeben zwingen. Du musst in jedem Fall weiter gehen. Wenn du den Durchgang passiert hast, musst du dort bleiben. Die Tortur wird sich fortsetzen. Der Gott wird es nicht gutheißen, dass du sein Reich betreten hast. Er wird alles daran setzen, dass du umkehrst. Er wird dich an den Rande des Wahnsinns treiben. Lass dich davon nicht ablenken oder beeinflussen. Du darfst den Durchgang erst mit der Seele deines Mannes erneut passieren, ein zweiter Eintritt wird nicht gestattet. Es wird dich verrückt machen, er wird versuchen dich zu verwirren, dir falsche Bilder schicken. Du musst dir der Gefahr bewusst sein!« [...]
Minerva drückte ihr die Karte und einen Talisman in die Hand.
»Nur für alle Fälle«, murmelte sie. Sie standen auf und gingen zur Tür. In Windeseile wiederholte die Gräfin alles in Gedanken, was ihr gesagt wurde, nickte dann erneut und drückte die Seherin an sich.
»Danke. Danke für alles!«

Sonntag, 12. August 2012

Rezension: "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" - Suzanne Collins

dietributevonpanem.de
Zuerst auf englisch, dann der Film, zuletzt auf deutsch und ich bin immer noch und immer wieder begeistert. Der Schmöcker gehört auf die Bücherliste eines jeden Fantasy und/ oder Dystopien Fans. Spannend, schnell zu lesen, aufwühlend und mitreißend.


Titel: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele
Autor: Suzanne Collins
Genre: Fantasy, Dystopie
Seiten: 415
Verlag: Oetinger Verlag


Die Rezension:
Auch nach dem zweiten Mal lesen noch eine Freude, selbst die Spannung konnte gehalten werden.
Katniss, ein Mädchen aus einem sehr armen Distrikt, in einem Land, das einmal Nordamerika war, hat seit vielen Jahren die Verantwortung für ihre Familie übernommen, und vor allem den Schutz ihrer Schwester über ihren eigenen gestellt. Als ihre Schwester ausgewählt wird an den Hungerspielen teilzunehmen, meldet sie sich freiwillig, um sie zu schützen. Die Hungerspiele sind ein grausamer Wettkampf, für den jedes Jahr aus allen zwölf Distrikten je ein Junge und ein Mädchen ausgewählt werden. Sieger ist der, der bis zum Ende überlebt. Katniss' Chancen stehen schlecht, lebend aus der Arena herauszukommen. Der Gedanken an ihre Schwester und das Versprechen, dass sie ihr gab, erhalten sie am Leben.
Mit ihrem Mittributen, Peeta, verbindet sie ein einschneidendes Ereignis aus ihrer Kindheit. Das Gefühl ihm etwas schuldig zu sein, liegt ihr schwer im Magen, zudem weiß sie nicht recht, was sie vom ihm halten soll. Zumindest solange, bis diese Liebesgeschichte aufkommt, die doch nur Show sein sollte.
In der Arena bleibt ihr keine Zeit mehr darüber nachzudenken, doch die Zeichen stehen eindeutig, dass er sie verraten hat, oder nicht? Solange sie am Ende nicht diejenige war, die ihn umbringen musste, um nach Hause zu kommen...

Das Buch ist aus Katniss' Sicht im Präsenz geschrieben, was einige Leser am Anfang vielleicht verwirren könnte. Mir gefiel der Stil, auch wenn man erst nicht recht an Katniss herankommt, da sie ein verschlossener Charakter ist, der gern auch etwas anders meint, als er es sagt oder gar denkt. Es war spannend mitzuerleben, wie sie sich geöffnet und diverse Gedanken und Gefühle zugelassen hat, anstatt zu ihrer ausdruckslosen Fassade zurück zu kehren. Die Darstellung von Katniss ist sehr gut gelungen, vor allem, weil sie so ein schwieriger Charakter ist. Auch die anderen, wie Peeta und Haymitch, ebenso Effie und Cinna, sind gut gezeichnet. Bei Effie hatte man im Buch noch das Gefühl, dass man sie nicht leiden kann, im Film wurde es sogar noch verstärkt. Man muss sie alle mögen (ja, auch Effie, ein bisschen), da sie auch alle sehr unterschiedlich sind. Provozierend, freundlich, verschlossen. Jeder ist auf seine Art besonders und lebendig.

Der Schreibstil an sich ist recht leicht und flüssig zu lesen, im Englischen wie im Deutschen. Kleine Holperer am Anfang trüben das Gesamtbild jedoch nicht.
Die Autorin arbeitet mit schönen, grotesken aber auch düsteren Bildern, was mir sehr gefallen hat. So bunt die Leute im Kapitol auch sind, so herzlos oder oberflächlich sieht sie Katniss. Die Schauplätze sind gut beschrieben, sodass es ein leichtes ist sich einzufühlen und zu Orientieren, vor allem das Kapitol lässt viel Spielraum für eigene Ideen. Mir gefielen, an Details, auch die schönen Kleider ihres Stylisten. Sie waren immer passend gewählt. Aber auch so einfache Dinge, wie das Hineinbeißen in eine Brombeere treten auf und lassen es lebendig und echt wirken.
Stellenweise vermittelt das Buch eine sehr triste, leblose Grundstimmung, vor allem um auf das Thema aufmerksam zu machen und die Ungerechtigkeit zu untermauern. Es ist kein rosaroter Liebesschmöcker, denn die Spiele stehen im Mittelgrund. Der Schwerpunkt ist klar gesetzt und verlagert sich erst später.

Stellenweise fand ich es auch sehr lustig. In teils sehr ernsten Situationen schlägt staubtrockener Humor durch, bei dem ich einfach nur lachen konnte, selbst wenn es unpassend schien. Suzanne Collins hat es geschafft ein ernstes Thema zu behandeln, sich selbst dennoch nicht zu ernst zu nehmen. Das ist ihr definitiv gelungen. Neben den Lachern gab es auch Tränen und große Augen. Ein sehr emotionales Buch, ebenso seine Folgebände, die einen durch die verschiedensten Emotionen ziehen. Oft kommt es unerwartet, manchmal schleichend.

Für mich ist die ganze Reihe ein Hit und »Tödliche Spiele« ein wunderbarer Auftakt, der Lust auf mehr macht. Ich kann sie jedem empfehlen. Ich habe sie gern gelesen, werde sie auch wieder lesen und freue mich, auch den Film bald mein Eigen nennen zu können.

Volle fünf Sterne!

eure Maria